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Arsen schrieb am 15. April 2014 um 02:53 Uhr:

Hallo,
danke erstmal für diese Website.
Meine Schwester(28) und ich(26) wurden von unserem Nachbarn, der auf uns aufgepasst hat, sexuell missbraucht. Lange Zeit hatte ich das Verdrängt und auch wenn ich mich ab und an daran erinnerte, hatte ich es jedesmal geschafft es wieder zu verdrängen. Vor kurzem kam wieder die Erinnerung und seid dem kann ich es nicht mehr verdrängen. Ich muss jeden Tag daran denken und frage mich, wie meine Schwester und ich wohl wären, wenn wir eine gesunde Kindheit gehabt hätten. Wir waren schon immer depressiv.Deswegen ist mir nie aufgefallen, dass es nicht normal ist, wenn ich mich manchmal für paar Monate von jedem Distanzierte habe. Und auch die problematische Pupertät meiner Schwester (ständig versuchte sie Aufmerksamkeit zu bekommen, ist von zu Hause weggelaufen) macht jetzt mehr Sinn. Zur Zeit ist sie Schwanger, deswegen habe ich mit ihr noch nicht über unsere Kindheit geredet. Und auch mit meiner Mutter kann ich nicht darüber reden, da sie schon zwei Herzinfakte hinter sich hat. Ich möchte niemanden, den ich Liebe mit dieser Sache belasten. Außerdem habe ich aucht vor deren Reaktion angst. Ich komme aus einer türkisch-stämmigen Familie, und auch wenn meine Familie nicht besonders konservativ ist, ist ihnen die Meinung der "Gesellschaft" manchmal wichtiger als unser/ihr Wohlergehen. Ich bin sehr wütend auf sie, denn meiner Meinung nach, haben sie eine gewisse Mitschuld an unserer Entwicklung, auch wenn sie uns niemals absichtlich geschadet haben.
Ich spüre, dass ich an einem Wendepunkt angelangt bin. Ich habe ständig Selbstmordgedanken(der Gedanke an den Tod fühlt sich erlösend an) und auf der anderen Seite bin ich zu stur, um einfach aufzugeben. Ich werde mein bestes tun um aus dieser Sache raus zu kommen, denn auch ich will gern irgendwann Mutter werden. Und Kinder brauchen nun mal gesunde Eltern.
Vielen Dank auch für die Anlaufstellen...
LG Arsen

Andrea schrieb am 8. April 2014 um 14:39 Uhr:

Hallo ... ich bin so froh, einen Ort gefunden zu haben um los zu werden was mich seit meiner Kindheit quält. Mein damals 3 Jahre älterer Bruder hat mich im Alter von 6 Jahren sexuell mißbraucht. Es dauerte einige Wochen immer wenn die Eltern nicht da waren. Natürlich habe ich es niemandem gesagt und ganz tief vergraben. Unser Verhältnis im Jugend-und Erwachsenenalter war dann immer sehr gut. Gedacht habe ich öfter an den Mißbrauch aber dann doch immer wieder verdrängt. Ich muss auch dazu sagen das ich vor ca. 10 Jahren wegen einer Angst-und Panikstörung 5 Wochen in der Klinik war. Aber auch hier war der Mißbrauch nicht Gesprächsthema. Mich hatte ja auch keiner gefragt...Augen roll.. Letztes Jahr dann im Oktober ging es los. Ich wollte meinem Bruder zum Geburtstag gratulieren. Da er weit weg wohnt über Telefon aber ich konnte Ihn und seine Familie nicht erreichen. Von dem Tag an war ich nicht mehr die selbe. Unruhe Panikataken.Ich habe gespürt, dass irgendetwas passiert. Dann vier Wochen später kam der Anruf. Mein Bruder ist an Krebs verstorben. Ich war fix und fertig und konnte aus gesundheitlichen Gründen, wie og., nicht zur Beerdigung hinfahren. So um die Weihnachtszeit ging es mir dann ein wenig besser. Aber das hielt nicht lange. Wieder Panikataken und die Gedanken kreisen. Ist es weil ich nicht Abschied nehmen konnte oder doch der Mißbrauch der im Moment sehr präsent ist. Im Moment bin ich krank geschrieben und werde mich nächste Woche meiner Psychologin anvertrauen. Ich will raus aus diesem Teufelskreis bin erst 48 Jahre und will wieder leben....vielen Dank für diese Plattform und das ich ein wenig Druck aus dem Behälter (mein Körper) lassen konnte. Liebe Grüße Andrea

Kerstin schrieb am 23. März 2014 um 13:11 Uhr:

Ich habe im letzten Jahr erfahren das sich mein ex Mann an meinen zudem Zeitpunkt 4 und 1 einhalb jahre alten Töchtern sexuell vergangenen hat ohne das ich und meine restliche Familie was mitbekommen haben . Erst als die Kripo und das Jugendamt morgens bei uns zuhause waren mit einem Haftbefehl und einem Durchsuchung Beschluss,ein halbes jahr darauf wurde er zu 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt ich verstehe die Justiz bis heute nicht . Aber am meisten geb ich mir die schuld das ich nichts mitbekommen habe trotz das meine Familie Freunde und die Kripo Beamtin sagen das er es so perfide angestellt hat das ich hätte nichts mitbekommen können. Jetzt fürchte ich mich nur noch vor der Zukunft was ist wenn er wieder raus kommt dann wird meine Tochter 8 und noch zu jung um ihr zu erklären warum sie ihren Vater nie wieder sehen wird. Am meinsten hab ich angst davor ihr und ihrer Schwester zu sagen was in ihrer Kindheit passiert ist um sie vor der Zukunft zu schützen. Ich und der Anwalt der Kinder wollen nicht das den kindern noch mal begegnet. Meine älteste ist gerade in der Therapie dabei es zu verarbeiten was man ihr angetan hat.

A. schrieb am 17. März 2014 um 00:48 Uhr:

Nach vielen, vielen Jahren habe ich vor einiger Zeit in der Reha über meinen MIssbrauch erzählt.
Ich war ca.7 Jahre alt, als es passiert ist.
Konnte vor lauter Trauer,Angst und Scham NIE darüber reden.
Bin traurig, dass ich nie davon erzählen konnte!!
Der Mensch hat mein Leben versaut.
Bin jetzt in einer Selbsthilfegruppe und hoffe darauf, dass ich meine letzten Lebensjahre unbeschwerter gestalten kann.




DANIELA HAUG schrieb am 16. März 2014 um 03:57 Uhr:


ICH WURDE ALS KLEINKIND CA: 5 JAHRE ALT VON MEINEM STIEFVATER SEXUELL MISSBRAUCHT UND AUCH VOM STIEFONKEL MIT CA: 13 JAHREN; VON MEINER MUTTER MISSHANDELT UND GESCHLAGEN; BIS ICH 21 JAHRE ALT WAR; ALS ICH MIR VON MEINER JUGENDLIEBE HILFE HOLEN WOLLTE; HAT ER MIT MEINER MUTTER GESPROCHEN UND DANACH HAT SIE MIR DIE NASE BLUTIG GESCHLAGEN UND MIT DEN FINGERN IN DEN LINKEN ARM GEKRATZT; ICH HATTE EINE BESCHISSENE KINDHEIT UND JUGEND; EIN GANZES DORF; EIN GANZER LANDKREIS UND EIN JUGENDAMT HABEN WEGGESSCHAUT;; DANACH HATTE ICH SCHLÄGE VON DER FREUNDIN DES LEIBLICHEN VATERS ANGEDROHT BEKOMMEN; HATTE ÜBERGRIFFE IN REUTLINGEN UND ALS ICH NACH HOHENHAMLEN BEI PEINE KAM- ICH KAM WEGEN DIESEN BESCHISSEN MANN-MEINER JUGENDLIEBE UND ER HAT MICH IM STICH GELASSEN- WIEDER KONTAKT ZU MEINER MUTTER UND DER LEBENSGEFÄHRTIN MEINES INZWISCHEN VERSTORBENEN VATERS AUFGENOMMEN- WIEDER DROHTE MIR MEINE MUTTER MIT SCHLÄGE- UND ES GING GRAD SO WEITER DAS ICH HIER WIE SCHEISSE BEHANDELT WURDE- EINE VERNÜNFTIGE WOHNUNG UND THERAPIEPLATZ BEKAM ICH NICHT-ICH WURDE NUR FERTIG GEMACHT UND MEINE MUTTER BESCHIMPFT MICH WEITER: DANIELA

alex schrieb am 12. März 2014 um 16:40 Uhr:

hallo,
bin im alter von 9 jahren (jetzt 44 j.) von meinem vater missbraucht worden. habe auch therapien gemacht aber es holt mich immer wieder ein. habe letzt nacht erst wieder davon geträumt. bin auch auf der suche nach gleich gesinnten um über das erlebte zu sprechen. sehe hier das es soviele gibt denen es genau so geht wie mir. werde jetzt auch versuchen eine stationäre therapie zu bekommen.
ich wünsche euch allen sehr viel kraft.

natalie schrieb am 16. Februar 2014 um 21:47 Uhr:

mein vater hat mich misshandelt,geschlagen mordrohungen.er stand öftes mit einen messer vor mir und drohte wenn ich jemannden erzähle was passiert ist zwischen mir und ihm dem monster vater dann würde er mich umbrin...darum schweige ich mein leben lang.wegen ihm bin ich jezt psychisch sehr krank bin.ich leider unter selbsthass,akute angst und panikataken esstörungen erst hatte ich magersucht und bin leider vor 2 jahren in die fressucht gerutscht.habe borderline.kann zu keinen mann vertrauen aufbauen.ich bin 34 habe ein kind bin alleinerziehend.durch meine angstzustännden seit 10 jahren meine wohnung nicht mehr verlassen.ich habe einen solchen hass aud dieses ekelige wiederliche monster mein erzeuger ich könte nur kotzen wenn ich an den denke :( ich hasse ihn.ich kann mit keinen darüber reden weil ich alleine bin habe nur meine mutter aber die schweigt ich darf kein wort darüber sagen.sonst kann ich niemannden anvertrauen was mir passiert ist.hatte mehrere therapien aber es hat nix geholfen.ich hab bis heute jeden tag und jede nacht immer noch todesangst vor meinern erzeuger.der hat meine seele so zerstört.meine mutter sagt immer nur ich soll das jezt ruhen lassen es ist halt passiert was passiert es man kann es ja eh nicht ändern und soll nach vorne sehen.das ist so furchtbar.ich kann es aber nicht vergessen und einfach abharken wie soll das gehen ? ich hasse das monster (erzeugen) abgrundtief :( auch wärend ich das wieder schreibe kommt dieser hass so hoch und dieser ekel vor dem monster,nie kann ich meine wut mein hass mein ekel rauzlassen.immer muss ich schweigen jahrelang.niemannden interessiert es wie es mir geht.ich hab zum glück mein kind das gibt mir kraft für s leben.bin aber alleinerziehend ich war mit dem vater meines kindes nur 2 jahre zusammen.ich hasse nur menschen die anderen menschen bösen antun :( ich werde die ganze wahrheit die mir passiert ist wohl immer nur für mich in mir behalten denn manches ist so grausam was er mit mir gemacht hat.das es schon unglaublich ist. :( es ist ein psychophat.ich hab so angst vor ihn für immer und ewig :(

Charlotte schrieb am 16. Februar 2014 um 12:07 Uhr:

Ich wurde zehn Jahre lang von meinem Vater sexuell missbraucht. Auf jegliche Art und Weise. Im Alter von 1-2 bis 12-13.

Dazu wurde ich in der gleichen Zeit aber noch lange darüber hinaus von beiden Elternteilen verprügelt.

Micha schrieb am 6. Februar 2014 um 14:01 Uhr:

Hallo zusammen. Ich bin w., 41 und schon viele Jahre in psychotherap. Behandlung, einmal auch für fast drei Monate in einer psychosom. Klinik. Mehr und mehr kommt mir der "Verdacht" in meiner Kindheit mißbraucht worden zu sein, dieser Verdacht wurde jetzt durch die Aussage einer Bekannte, die Mißbrauchsopfer war bestätigt. Und auch einer der Psychologen, mit denen ich zu tun hatte, hat in diese Richtung gemutmaßt.

Ich würde gern rausfinden, ob das, was ich fühle wirklich real war. Aber ich weiß nicht, wie. Zwar habe ich meine derzeitige Therapeutin aufgesucht, um tiefenpsychologisch und nicht verhaltenstherapeutisch mit ihr zu arbeiten, aber irgendwie kommen wir nicht weiter.

Ich war verheiratet, habe zwei Kinder, lebe aber seit vielen Jahren mit einer Frau zusammen. Ich schäme mich meines Körpers (transsexuell bin ich nicht), schon als Kind und Jugendliche habe ich mich geschämt, mich für den Sport- und Schwimmunterricht aus- bzw. umkleiden zu müssen. Mir fehlen große Stücke der Erinnerung an meine Kindheit und schon lange habe ich das Problem, dass ich immer wieder Schleim aushuste und würgen muss, ohne dass ich erkältet bin.

Vor 1,5 Jahren starb mein Vater an seinem 68. Geburtstag und ich habe nichts empfunden, was irgendwie mit Trauer zu tun haben könnte. Es ist mir schlichtweg egal. Ich besuche sein Grab auch nicht. Aber ob er mir in meiner Kindheit was angetan hat - ich weiß es nicht. Es gibt lediglich eine immer wiederkehrende Erinnerung, dass er in einem braun, blau-gestreiften Bademantel ins Kinderzimmer kommt. Immer wieder sehe ich diesen Bademantel vor mir...

Ich weiß nicht, wie ich in meine Erinnerungen tiefer vordringen kann. Aber ich würde gern die Ursache finden für mein Schamgefühl und meine immer wiederkehrenden Depressionen. Ebenfalls bin ich nicht in der Lage, Grenzen zu setzen. Immer wieder passiert es mir, dass ich belogen und verletzt werde und ich kriege es nicht hin, mich dagegen zu wehren.

Habt Ihr eine Idee, wie ich weiterkomme könnte?

Liebe Grüße an Euch alle.

M.

Sarah schrieb am 2. Februar 2014 um 12:07 Uhr:

Hallo ihr Lieben!

Auch mir geht es so, dass ich glücklich bin, mir hier etwas von der Seele schreiben zu können! Denn eigentlich erlebe ich gerade eine der härtesten Phasen meines Lebens. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und wurde im Alter von 8-10 von meinem 5 Jahre älteren Bruder missbraucht. Ich habe das jahrelang verdrängt bzw. habe weiter eine 'normale' Beziehung zu ihm gehabt. Man mag es kaum glauben, aber es war nicht so, dass ich ihn gehasst hätte! Die Gefühle ihm gegenüber waren ambivalent, aber irgendwie war ich durch den Missbrauch emotional sehr stark an ihn gebunden, habe ihn bewundert und wollte auch später noch viel mit ihm zu tun haben, mit ihm und seinen Freunden rumhängen etc. Die Hilflosigkeit und die Wut habe ich nie direkt an ihm rausgelassen, sondern eher an mir selbst. Ich war seither immer traurig, depressiv und sehr zurückgezogen. Auf der anderen Seite habe ich 'gelernt', dass man sich durch sexuelle Handlungen Zuneigung beschaffen kann und nachdem das nicht mehr von meinem Bruder kam (was erlösend und beängstigend zugleich war), habe ich versucht, es mir von fremden Jungs und später Männern zu holen. Ich war sehr promisk und habe mich automatisch wieder in die Opferrolle versetzt. Sex war niemals etwas für mich, sondern immer nur ein Dienst am Mann. Ich schämte mich dafür, auch Spaß dabei zu haben. Meine erste lange Beziehung ging nach 5 Jahren zu Ende, weil ich dieses Geheimnis in mir trug und mich sexuell ausbeuten ließ, indem ich niemals meine Wünsche äußerte und weiterhin das Gefühl hatte, missbraucht zu werden. Danach begann eine Phase der Rebellion und Verarbeitung, die mic in die Prostitution führte. Zum ersten Man hatte ich das Gefühl, Maht und Kontrolle zu haben. Zudem verdiente ich unmengen an Geld. Die 'Gabe' der emotionalen Abspaltung nuttte ich für diesen Job. Es fiel mir nicht schwer, mich den fremden Männern hinzugeben, denn sie bezahlten mich dafür und ich begab mich ja schießlich freiwillig in diese Situation. Nach einer Stunde wusste ich, alles würde vorbei sein. Ich hatte alles unter Kontrolle. Das war eine Zeit, in er ich keinen Schmerz spürte, eigentlich die beste Zeit meines Lebens, so hart das auch klingen mag! Danach hatte ich wieder eine Beziehung und es lief etwas besser, als zuvor. Allerdings musste ich nach 1,5 Jahren auch von diesem Mann wieder abhauen. Jetzt befinde ich mich seit knapp über einem jahr in einer neuen Beziehung. Das Thema mit meinem Bruder kommt jetzt deutlicher zum Vorschein, als je zuvor. Gerade habe ich ihm zum geschrieben, dass er sich von mir lösen muss und ich mich von ihm und dass er nie wieder in meine Privatsphäre eingreifen soll. Wenn ich ihn einfach nur hassen würde, wäre es kein Problem ihn zu Teufel zu schicken. Aber in Wahrheit ist es schmerzhaft, ihn zu verlieren. Es fühlt sich an, als wäre ein Teil von mir gestorben! Aber meine Beziehung zu meinem Freund hätte keine Chance, wenn ich mich nicht endgültig von meinem Bruder lösen würde. Auch so ist es schwierig. Ich habe immer latent das Gefühl, eigentlich lieber weg zu wollen, lieber ohne Partner sein zu wollen. Er ist so lieb, aber innerlich fühle ich mich immer wie missbraucht, wenn ich in einer Beziehung bin, die auch sexuell ist. Was meine Situation nicht besser macht ist, dass ich in knapp 2 Wochen eine der wichtigsten Prüfungen an der Uni absolvieren muss. Und gerade jetzt kommt alles hoch und ich kann mich an niemanden wenden! Mein Freund ist dafür der Falsche und meine Eltern sind ja schließlich diejenigen, die mich nicht bewahrt haben. Es scheint alles auswglos und ich bin echt verzweifelt. Ich denke, jede, die das erlebt hat, kann verstehen, wie ich mich fühle. Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, dass ihr eines Tages glücklich werdet, oder zumindest in eurem zweiten Leben ;-) Ciaoo

Jessica schrieb am 31. Januar 2014 um 20:53 Uhr:

Ich bin selbst missbraucht wurden als Kind. Das komische ist, ich weiß weder wie alt genau ich war und was alles passiert ist. Ich war wohl ungefähr 10 oder 11, heute bin ich 18. Es gab öfters Familienfeiern, bei denen dann bis spät in die Nacht gefeiert wurde. Ich war mit meinem jüngeren Bruder bei meinem älteren Cousin oben im Zimmer,erst war alles harmlos doch irgendwann fing er an mich anzufassen, an Stellen an die ich damals noch gar nicht gedacht habe. Schon damals hatte ich Angst vor ihm, weil er immer der Stille Cousin war, den man beim Besuch so gut wie nie zu Gesicht bekam, trotzdem wurden mein Bruder und ich irgendwann im Laufe des Abends nach oben geschickt, weil er damals viele Kinderspiele von sich selbst früher noch hatte. Irgendwann an dem Abend als mein Bruder wieder unten bei dem Rest der Familie war, schob er mich in seinen Abstellraum. Ab da verschwinden meine Erinnerungen, ich kann mich nur Bruchstückhaft an das was danach passierte erinnern. Ich erinnere mich daran das ich sehr große Angst hatte, er fasste mich überall an und ich sollte ihn überall anfassen, er tat Dinge mit mir die man mit keinem Kind machen sollte. Ich habe damals nicht verstanden was er mit mir gemacht hat, habe nicht kapiert das es etwas sehr schlimmes war und ich es trotzdem meinen Eltern hätte sagen sollen als er mich nach sehr langer Zeit wieder aus dem Raum ließ, indem er mich mit sich selber eingeschlossen hatte. Er drohte mir wenn ich es erzähle bekäme ich sehr großen Ärger von meinen Eltern, weil damals war ich sehr eifersüchtig auf meinen jüngeren Bruder und versuchte Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen ( erzählte Geschichten die gar nicht stimmten), wie das halt bei Geschwistern so ist.
An dem Abend hat er mich nicht vergewaltigt, ebenso nicht an den 2 darauffolgenden Feiern die bei meiner Tante stattfanden. Stattdessen lebte er seine ekelhaften Fantasien an mir aus.
Ich habe nie jemanden davon erzählt, gerade weil ich dachte das mir keiner glauben würde. Irgendwann kam eine sehr große Zeitspanne in der ich mich überhaupt nicht daran erinnern konnte, erst vor ca. 2 Jahren kam alles wieder hoch, doch habe ich nicht so viel darüber nachgedacht. Ich wusste zwar da war irgendwas, konnte mich aber erst gar nicht und wenn dann nur Sekunden ganz kurz daran erinnern, doch dachte ich das ich mir alles nur einbilde.
Erst in den letzten 2 Wochen kam alles wieder hoch, und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Einerseits empfinde ich große Scham, Angst und gleichzeitig Hass gegenüber Ihm. Jetzt weiß ich wenigstens warum ich Angst hab in dunklen kleinen Räumen zu sein, warum ich mich bis jetzt nie getraut habe eine Beziehung einzugehen, weil ich immer wusste irgendwann muss ich mich anfassen lassen und warum ich es nicht ertragen kann sobald mir jemand über den Bauch streicht auch wenn es versehentlich passiert ist. Ebenso wird mir bei dem Gedanken demnächst zum Frauenarzt zu müssen wirklich schlecht, ich will mich nicht anfassen lassen. Ich keine Ahnung was ich machen soll, wie ich jetzt damit umgehen soll weil doch alles auf einmal auf mich einstürzte letztens. Manchmal sitze ich heulend über meinen Hausaufgaben oder fange in aller Öffentlichkeit an zu weinen. Ich fühle mich seitdem ich wieder alles weiß total unwohl, richtig widerlich und beschmutzt wenn in der Schule Witze über Sex gerissen werden, lache aber immer mit. Ich habe damals gut geschauspielert sodass es keiner mitbekam wie blöd ich mich fühlte, und in den letzten 2 Wochen habe ich das schon wieder getan. Wenn wir heute wieder als Familie zusammentreffen und ich ihn sehe, versuche ich ihn zu ignorieren, was auch gut klappt weil er so gut wie nie da ist.
Ich habe das nie jemanden erzählt, aus Angst nicht ernst genommen zu werden. Auch heute kann ich mir nicht vorstellen das je jemanden zu sagen, aus Angst nicht verstanden zu werden.

C schrieb am 22. Januar 2014 um 21:40 Uhr:

Ich bin ebenfalls Opfer...meine Mutter starb bereits bei meiner Geburt. Mein Erzeuger hat mir die Schuld zugewiesen und mich seit dem physisch, psychisch und sexuell missbraucht.
Im Alter von 4 Wochen bin ich zu Pflegeeltern gekommen, hatte dort eine Familie und fühlte mich wohl.
Mit 3 holte mich das Jugendamt ab und brachte mich wieder zu meinem Erzeuger. Musste ihn befriedigen, was er sehr geschickt eingefädelt hat. Der Missbrauch war mir als Kind nicht bewusst. Der psychische Missbrauch war das Schlimmste, was meinen Fall angeht.
Wurde verbal niedergemacht, bekam nur Brühwürfelsuppe zu essen und habe in meine jungen Alter mein Essen bei Nachbarn erbettelt. Mit 5 endete dann der sexuelle Missbrauch, weil ich wieder abgeschoben wurde-zum Glück zu meinen Pflegeeltern. Ab da wurde mir mit Gewalt gedroht und mein Erzeuger lauerte vor der Schule auf (Grundschule und Realschule). Es war die Hölle auf Erden.
Mit 8 habe ich an Selbstmord gedacht...mit 14/15 habe ich meinen ersten Suizidversuch durchgeführt.Allerdings wurde ich unterbrochen. Bis zum 16 Lebensjahr habe ich mich immer wieder geritzt um zu merken,dass ich überhaupt noch existiere.
Dann kam ein Schlüsselerlebnis, was mich wieder zu einem Menschen gemacht hat- Freunde, die einen so nehmen und zuhören und helfen-ohne Kompromisse. Ich verdanke diesen Menschen mein Leben. Und dass ich mit fast 39 Jahren wieder lieben und auf Menschen zugehen kann.
Ich verabscheue solche Menschen, die Kindern das antun. Ich will darüber reden und tue das auch...und das tut gut!
Auch wenn die Menschen meine Verhaltensweisen nicht verstehen. Die Gesellschaft hat mich geprägt und muss nun mit den Folgen /Konsequenzen zurecht kommen. Wir wurden ja auch nicht gefragt-wir Opfer, ob wir das wollen und können.

hmm... schrieb am 18. Januar 2014 um 23:05 Uhr:

Hallo ...ich bin 21 Jahre alt und wurde als Kind von dem Freund meiner Mutter missbraucht. Er saß im Knast damals,wegen so einer Sache.was wir erst später erfahren haben. Ich habe ihn angezeigt, er ist auch drin, aber ich habe solche Angst wenn er raus kommt. Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich habe Angst das er zu mir kommt...ich muss sagen er hat meine Mutter nach der Trennung gestalkt. Ich habe tierische angst und das schon lange. Kennt jmd sowas ...

Steffen Hildebrand schrieb am 13. Januar 2014 um 20:16 Uhr:

Ich bin Steffen Hildebrand ein Überlebender . Ich gehe sehr Offen damit um und merke das sich Menschen die das nicht erlebt haben sich Komisch mir gegen über verhalten . Wenn mich jemand nach meiner Vergangenheit fragt kann ich offen darüber erzählen. Ich finde das an mir risig das ich damit so umgehen kann . Es gehört doch zu meinem leben !!! Ich weiß nicht wieso reargiehren Menschen so und wenden sich ab von mir !!!

M schrieb am 11. Januar 2014 um 20:56 Uhr:

Ich bin Opfer . und weis das ich mein Handikap nie richtig in die reihe bekommen werde.Und weis das ich meine Kinder und meinen Mann nie gerecht werden kann. Um die Negatifen Seiten zu beschreiben sprengt Leider den rahmen.
Was ich aber am allerschlimmsten finde ist das man als Opfer nicht einmal anerkannt wird. Da unsere Gesetzesverdrehung nie für die Opfer sondern nur Für die Täter ausgerichtet ist.
ein Opfer hat nie eine Change ein kleinwenig Gerechtigkeit zu erfahren.

Es ist vorbei schrieb am 6. Januar 2014 um 17:19 Uhr:

Hallo, ich bin 16 Jahre alt und mir wurde eben erst bewusst was mir mein eigener bruder angetan hatte. er ist 8 jahre älter als ich, und er hatte mich vor jahren mehrmals missbraucht. er kam zu mir sagte komm wir spielen ein bisschen miteinander, dass sagte er immer wenn meine Eltern nicht zuhause waren. Dann nahm er mich mit in sein zimmer und missbrauchte mich immer als er aufhörte sagte er denk dran sag Mama nichts davon sonst sag ich das du nicht brav warst. Er hat mir gesagt, dass das alle brüder machen würden, als er dann seine erste Freundin hatte hörte er auf. Ich habe nie etwas zu niemanden gesagt.

Marisella schrieb am 3. Dezember 2013 um 00:03 Uhr:

Hallo aus der Schweiz

Ich bin 39 Jahre ich würde als 5 jährige missbraucht und später nochmals und von der Mutter misshandelt, auch ein Kind wurde getötet wo ich dabei war, der Täter hat mich zum Schluss nur angeschaut und lief fort.Es sind so viele schlimme Sache und ich weis ich bin nicht alleine.
Das tröstet mich ein bisschen, ich versuche es zu verdrängen mit Essen.Als ich diese diese Seite zum ersten mal gelesen habe. liefen mir die Trennen runter, wie traurig doch alles ist es ist eine schande, und so oft schauen viele Menschen weg, ich denke zum eigen Schutz.Ich möchte allen viel mut und Kraft spenden, wer soll unsere Kinder schützen Sie nicht vergessen mit ihren schmerz alleine gelassen, ohne jeglicher Unterstützung.
Ich habe mich von meiner Familie getrennt meiner Mutter zum Glück, hat viele Jahre gedauert aber es geht mir besser so.
Ich wünsche allen lieben Kindern Jugendlichen und Erwachsene die noch nicht die Kraft gefunden haben es auszusprechen viel Kraft, es tut sehr gut darüber zu sprechen oder schreiben.
Herzliche Grüsse Marisella.

Viola schrieb am 23. November 2013 um 09:43 Uhr:

Auch mich, 44 Jahre, hat es getroffen. Ich habe lange gebraucht um überhaupt ansatzweise anzufangen zu reden. Es bleibt die Frage wie ich damit fertig werden soll. Zum Glück habe ich einen einfühlsamen Psychiater an meiner Seite, aber ich glaube nicht, dass die Termine alle sieben Wochen reichen. Ich wurde so schwer misshandelt, dass ich fast gestorben bin. Und manchmal wünsche ich mir, dass es geklappt hätte. Mein Psychiater meinte, dass der Schmerz bleibt. Ich glaube, er hat recht. Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft und Mut in diesem Leben zu bestehen!

Sonja schrieb am 12. November 2013 um 02:39 Uhr:

hallo,
bin vor über 40 jahren regelmässig von meinem bruder missbraucht worden, von meinem 10.- 14. lebensjahr, habe therapie gemacht, wollte meine inzwischen eigene familie schützen. nachdem nun eltern verstorben sind, die mir nie geglaubt haben, mein mann tot ist, meine kinder aus dem haus sind, fange ich wieder an, nachzudenken. warum? wieso darf ein mensch solche dinge machen, und wird nicht strafrechtlicht verfolgt werden, weil es ja eine verjährungsfrist gibt- gab es eine solche auch bei mir mit hundehalsband ( stachel ) , weil ich den oral----------- nicht schaffte?????? nein, die gab es nicht, und ich habe mein leben lang damit zu kämpfen.
jetzt , im alter von 55, selber krank, lassen mich diese und andere .....schlimmere.... gedanken nicht los

Moni schrieb am 11. November 2013 um 17:28 Uhr:

Seit dem ich 12 war bin ich regelmäßig von meinen ältesten Bruder, später kam noch ein Freund von ihm dazu Missbraucht worden. Er sagte oft, wenn du nicht gehorchst wirst du wieder von Vater Bestraft. Er wusste vor nichts hatte ich mehr Angst als den Gürtel meines Vaters auf meinen nackten Hintern zu spüren. Fast 3 Jahre haben sie mich regelmäßig oft beide gleichzeitig Missbraucht, das war Schlimm. Einmal habe ich es gewagt zu Mutter zu gehen. Ich wollte nicht mehr das mein Bruder mich Anfasst. Sie sagte nur, dass ist dein Bruder der darf das. Im Anschluss gab es Prügel, ich habe nie wieder gewagt was zu sagen. Ich habe es Geschehen lassen, wenn es wieder geschah. Ich fühlte mich danach Schmutzig, mitunter habe ich noch heute das Gefühl der Dreck klebt an mir. Heute bin in 44 habe Depressionen und Sprachstörungen. Ich Schäme mich sehr.

Alex schrieb am 28. Oktober 2013 um 23:13 Uhr:

Ich habe noch gar nicht soviel hier gelesen , suche auch nur nach antworten bin mittlerrweile 44 , hatte meine ganze kindheit mehrere täter in der familie und nachbarschaft , eiigentlich bin ich nur geflüchtet doch mir hat einfach der weg gefehlt bis ich aufgegeben habe . wohin soll man flüchten wenn die eigene mutter einen nicht auffängt und die augen verschließt und der rest der familie an einem dran ist. heute stehe ich immernoch so machtlos davor . 2 rehaaufenthalte , krankenhaus psychotherapie , doch ich gebe den kampf nicht auf . auch ich habe das recht glücklich zu sein!!!!!!!!!! Ich werde versuchen den tätern kein raum mehr zu geben , es ist zeit denn es ist mein raum zu leben!!!!!!

Sonnenschein schrieb am 20. Oktober 2013 um 22:18 Uhr:

Ich bin es mal wieder. Die vielen Schicksale von euch erschüttern mich. Ich bin seit 2011 dran meine Kinder zu schützen dass sie keinen Übergriff durch den eigenen Vater mehr erleben. Und es ist unglaublich hart. Man wird als Lügner hingestellt, oder man mache dies nur wegen dem Geld. Manchmal weiss ich nicht wie lange ich dies durchhalten kann. Und doch, jeden Abend sehe ich meine Kinder an und weiss dass ich niemals aufgeben werde, sie zu schützen. Probiere jede "freie" Zeit unbeschwert mit den Kindern zu geniessen, Kraft zu sammeln für die schweren Tage.
Ich verstehe einfach nicht wieso niemand die Kinder hören will, obwohl sie ihre Aussagen sogenannten "Fachpersonen" gemacht haben, wird alles abgetan.
In unserem Fall werden die Opfer zu Tätern gemacht.
Allen die es selber erlebt haben, wünsche ich von Herzen ganz viel Kraft und kämpft! Die wahren Täter sollen ihre Strafe kriegen egal wie

Sandra schrieb am 2. Oktober 2013 um 09:35 Uhr:

echt krass... hier im Gästebuch zu lesen. ich hab teils bloss überflogen... ich mag und kann das nicht lesen. ich kann das nicht hören, ich wills auch nicht hören.. es ist zu identisch mit meinem erlebten.

manchmal denke ich, es sollte doch irgendwann mal gut werden. jetzt bin ich schon so lange am verarbeiten, immer wieder Therapie in anspruch genommen und es ist noch immer nicht gut. hört das denn nie auf ?????!!!!

Gott sei Dank wohne ich weit entfernt von meinem früheren Wohnort, denn hier kann ich mich sicher fühlen. hier weiss ich ich sehe keinen von den Typen. es reicht, wenn ich im Alltag von "normalen" sachen so sehr getriggert werde, dass es mich wieder in die Vergangenheit zurück versetzt. nur hoffe ich, dass ich Vergangenheit und Jetzt mal trennen kann. und dass die Nähe, die sich im Arbeitsalltag manchmal ergibt erträglich wird für mich, ohne dass ich Angst kriege oder mir Kotzschlecht wird

Anita schrieb am 25. September 2013 um 19:01 Uhr:

Hallo zusammen, schönen Abend!

Möchte mich nur bedanken, diese Seite hat mir geholfen vieles besser zu verstehen! Schaue hier seit mehreren Wochen immer mal wieder rein, weil jemand im meinem Umfeld Betroffene ist und sie mir davon erzählt (oder wohl eher "gebeichtet" ...) hat.

Wünsche allen die Kraft, das zu verarbeiten. Gebt nicht auf!

Diana schrieb am 21. August 2013 um 16:56 Uhr:

hallo ich heiße Diana. Ich bin 20. Jahre alt geworden am 9.8.13. ich bin bei Pflegeeltern groß geworden. da bin ich mit 2 hingekommen. Ich war Ostersamstag dieses jahr bei meiner Mutter in Hamburg zu besuch war auch alles gut und schön. waren baden und sind abends total müde wieder gekommen und sind auch gleich alle in ihr Bett gegangen. Meine Mutter und ihr Freund haben in der stube geschlafen. und ich mit meinem 9 Jährigem Bruder im Kinderzimmer. Bis es passierte der Freund meiner Mutter kam zu mir ins Zimmer und vergewaltigte mich. Aber meine Mutter glaubt mir kein einziges Wort sie glaubt lieber diesem Schwein. Die sagen beide das ich das warscheinlich nur geträumt habe. Bitte gebt mir einen Tipp, wie ich mit der Vergangenheit am besten abschließen kann. Ich weiß echt nicht weiter. Kann einer Mutter echt die eigene Tochter so egal sein? Lg Diana

agnes schrieb am 18. Juli 2013 um 20:55 Uhr:

Guten Abend an alle,
es ist sehr tröstlich und gleichzeitig tragisch, dass es so viele Menschen gibt, die diese Erfahrung teilen. Mein Großvater wurde als ich zwischen 6-8 Jahre alt war bei Gelegenheit sexuell übergriffig. Auch der Versuch es meiner Mutter zu erzählen scheiterte. Ich habe seither nie wieder darüber gesprochen und muss nun ertragen, wenn mein Vater und meine Mutter lobend über diesen Menschen sprechen und daran erinnern wie gern er mich doch hatte. Die meisten der wenigen Menschen denen ich es anvertraut habe, haben nach einiger Zeit den Kontakt abgebrochen oder es hat sich so ergeben. Alleine gelassen- dieses Gefühl kenne ich. Wie einige hier wirke ich nach Außen selbstbewusst und selbstständig und habe auch zusätzlich eine längere Krankheitsgeschichte überstanden. Doch in Wirklichkeit habe ich große Probleme mit Nähe und Distanz, ständig fühle ich mich ausgegrenzt und nicht in Gruppen hineinpassend, ich muss immer alles überblicken und verstehen und das drängt mich in die Position des Beobachters. Nicht nur das, ich kann meine langjährigen Freunde nicht einmal ohne weiteres umarmen ohne mich zu versteifen und die Berührung als Stresssituation zu empfinden. Ich leide an der Isolation. Andererseits finde ich mich als Person gut. Ich habe viel durchgemacht und gehe damit nicht hausieren. Es hat mir ein besseres Verständnis von Leben und seinem Wert gezeigt, ich weigere mich ständig Opfer zu sein. Ich weigere mich zu glauben, dass Menschen mit traumatisierenden Erfahrungen ihr Leben lang 24/7 NUR Opfer sind. Der Leidensdruck ist hoch, aber es gibt auch schöne Momente. Die versuche ich einfach nicht aus den Augen zu lassen... ich weiß jedoch nicht, wie ich mit meinen erfahrungen umgehen soll. Ich habe sie nicht proffessionell aufgearbeitet. Ich tendiere zur versachlichung, so dass ich oft das Gefühl hatte Therapeuten verkennen was wirklich das Problem ist. Das einzige, was ich bisher getan habe, ist in meiner Arbeit mit Kindern und Jugentlichen stark Aufklärungsarbeit zu leisten. Es ist mein Weg, damit umzugehen.... dennoch finde ich, dass es noch zu wenig ist. Ich denke an euch und bin dankbar diese Seite gefunden zu haben. Aufklärung und Information ist der erste Schritt...

Claudia schrieb am 16. Juli 2013 um 12:23 Uhr:

Ach, und ich dachte ich sei alleine mit meinen Angstgefühlen!!! Ich habe auch so einziges durchgemacht, von Geburt an in Familie weggegeben dann wieder abgeholt, als Meine Schwester auf die Welt kam, war ich immer die böse und die komische. Wenn ich allé Eure Geschichten durchmische komme ich zu meiner Geschichte, denn ich könnte einige Sätze aus eueren Geschichten herausnehmen was meiner Geschichte entspricht. Da ich aber noch Familie habe und Heute noch Angst habe Meine Geschichte zu erzählen, möchtet ich es jetzt noch nicht erzählen. Bin jetzt 47 und leide Heute noch an Angstgefühlen mit Erbrechen, darum jetzt in der IV. Meine Mutter hat mir das ganze Leben kaputt gemacht, kann auch keine Liebe empfangen, nur geben. Habe auch 3 Kinder und auch eher Materiel. Mein Gott, wenn ich denke dass ich es damals fast grschafft habe mich umzubringen !!! Ich dachte auch immer ich sei nicht normal. Heute weiss ich, nach mehreren Klinikaufenthalte dass es nicht mein Fehler war ( da war auch noch der Grossvater) zum Kotzen!!! Alleine auf mich gestellt und dies 47 Jahre lang. Ich hätte soooo gerne eine richtige Familie gehabt, eine Mutter die mich mal in den Arm nimmt oder einen Vater der
Mich verstanden hätte. Ich kann momentan nicht mehr erzählen, da ich Heute noch Angst habe!!!!Ich könnte ein ganzes Buch schreiben, aber erstens hätte ich jetzt keine Zeit mit 3 Kindern und hätte auch noch Angst dass alles wieder hoch kommt. Muss noch Geduld haben bis die Betroffenen Personen nicht mehr leben. 1991 hatte ich während 3 Monate Lang jeden Tag geschrieben, habe es aber nie wieder durchgelesen. Kann es noch nicht. Heute lebe ich NUR noch für Meine und durch Meine Kinder, ein bisschen Kindheit die ich nie hatte.

Anja schrieb am 13. Juli 2013 um 02:40 Uhr:

Ich weiß nicht, ob ich noch 12 oder schon 13 war, als es anfing. Jedenfalls dauerte es nur so 3-4 Monate schätze ich. Als es aufhörte war ich 13. Das weiß ich so genau, weil ich irgendwann auf meiner Konfirmationsurkunde nachgesehen hatte. Es hatte mehrere Wochen (oder Monate?) vor der Konfirmation aufgehört. Wegen des Konfirmationsunterrichts hatte es angefangen. Da mussten wir zusammen hin, mein großer Bruder und ich. Zwei Feiern so kurz hintereinander war meiner Mutter zu teuer und ich war ja groß für mein Alter. Aber ich hatte oft geschwänzt, weil ich mit den Älteren und den Themen nichts anzufangen wusste. Dann stand ich vor seinem Fenster und bat, dass er mich durch die Kellertür herein lässt. Oben rein wollte ich nicht, weil ich Angst vor meiner Mutter hatte. Wenn ich unten rein bin, hatte sie meistens nichts gemerkt. Oder zumindest nichts gesagt. Dafür, dass er mir die Kellertür öffnete, verlangte mein Bruder eine Bezahlung. Einen Kuss nur. Oder mit der Hand meine Brust anfassen, durch den Pullover hindurch. Mit der Zeit wurde er mutiger, wollte auch unter den Pullover fassen. Und dann wollte er, dass ich abends zu ihm ins Bett komme. Aber er bekam keinen Steifen und konnte deshalb nicht in mich eindringen. Ich hatte meine Schlafanzughose kaum wieder an, als meine Mutter ins Zimmer kam. "RAUS", schrie sie mich an. "War ja nur oben rum", murmelte ich beschämt. Weil ich Angst vor meiner Mutter hatte, fing es an. Weil ich Angst vor meiner Mutter hatte, hörte es auf. Ich dachte, wenn sie uns noch einmal erwischt, schmeißt sie mich aus dem Haus. Deshalb hatte ich nie wieder den Konfirmationsunterricht geschwänzt.

Dabei war ich so froh gewesen, dass wenigstens mein Körper mal ein bisschen Aufmerksamkeit bekam. Das hatte sogar die Schuldgefühle überwogen - Inzest ist ja strafbar, wusste ich damals schon. Und die Scham. Den Ekel. Die Angst.

Dabei hatte meine Mutter mich und meine Geschwister nie richtig verprügelt. Nicht so, wie andere Kinder von ihren Eltern verprügelt wurden. Nur mit dem Holzlöffel auf den Po, immer nur, wenn wir es verdient hatten und nach vorheriger Warnung und nur bis ich so 9 oder 10 war. Wenn ich ein Kind hätte, würde ich das auch schlagen, wenn es anders nicht hört. Wie sonst soll es Grenzen lernen? Und Schläge tun nicht so weh wie Liebesentzug. Oder manche Blicke. Worte. Gesten. Eine bestimmte Tonart. Kälte. Ungeduld. Ablehnung. Desinteresse. Gedankenlosigkeit. Lustlosigkeit. Oder was ein Kind dafür hält, wenn ihm niemand sagt, dass die Mutter ständig Schmerzen hat, überfordert ist und nur aus Angst vor dem sozialen Abstieg keine Scheidung einreicht. Vielleicht hätte ich keine Angst vor meiner Mutter gehabt, wenn ich gewusst hätte, dass sie ständig Schmerzen hat. Oder wenn sie mich an einem schmerzfreien Tag einmal in den Arm genommen und mir gesagt hätte, dass sie mich gern hat. Oder wenn sie mir wenigstens manchmal zärtlich über den Kopf gestrichen hätte.
Aber weil ich nicht wusste, weshalb sie so kalt, abweisend und übellaunig ist, hatte ich Angst vor meiner Mutter. Und weil ich Angst vor meiner Mutter hatte, konnte mein Bruder mich sexuell missbrauchen.

Ich braucht rund 30 Jahre, um zu begreifen, dass das, was mein Bruder getan hatte, sexueller Missbrauch war und wie stark mein Leben trotz jahrelanger Therapie bis heute davon beeinflusst wird. Aber er war ja noch so jung als das passierte. Deshalb sind meine Eltern und meine kleine Schwester ihm auch gar nicht böse. Sie können auch überhaupt nicht verstehen, wieso ich deshalb den Kontakt zu ihm abgebrochen habe. Oder mich bis heute vor Küssen und anderen sexuellen Berührungen ekle. Wieso ich bis heute unfähig bin, mich auf eine Beziehung einzulassen. Weshalb ich schon so lange mit psychischen Problemen wie Depressionen, mangelndem Selbstwertgefühl, sozialen Ängsten und Selbstmordgedanken kämpfe. Weshalb ich seit zwei Jahren in Frührente bin. Dafür darf ich doch meinem Bruder keine Schuld geben. Und erst recht nicht meiner Mutter. Die hat doch immer ihr Bestes gegeben. Und außerdem war ihre Kindheit auch ziemlich mies.

Als eine angeheiratete Tante, die rund 60 Jahre lang von ihrer Mutter physisch und psychisch misshandelt wurde und die meine Mutter seit 1955 kennt, mir vor 2 Jahren sagte, dass sie die ganze Familie meiner Mutter schon immer als kalt, lieblos und emotional verwahrlost empfunden hätte, war ich sehr erleichtert. Meine Mutter und meine kleine Schwester hatten mir immer wieder eingeredet, dass meine Wahrnehmung falsch sei. Aber dank dieser Tante vertraue ich meiner eigenen Wahrnehmung jetzt mehr als meiner Mutter und meiner Schwester. Jeder sieht die Welt mit seinen Augen. Und wenn Mutter und Schwester etwas anderes sahen als ich, so ist es doch MEINE Wahrnehmung, die für mich zählt und die mich geprägt hat, nicht deren.

Ich wünsche euch allen, dass ihr es schafft, eurer eigenen Wahrnehmung zu trauen und nicht auf die hört, die euch einreden wollen, dass ihr euch irrt und alles ganz anders war/ist. Und dass ihr die Kraft findet, aus diesem Vertrauen in eure Wahrnehmungen heraus das zu tun, was für EUCH richtig und gut ist.

Zu guter Letzt: Mein Bruder ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder (Zwillinge). Seit ich von der Schwangerschaft hörte, muss ich immer wenn ich ein Kind oder ein Pärchen sehe, daran denken, wieso ich bis heute zu keiner sexuellen Beziehung fähig bin und ohne eigene Kinder sterben werde während mein Bruder das hat, was ich mir mein Leben lang gewünscht habe. Als wir in der Therapie aufgrund der geänderten Verjährungsfristen auf das Thema Strafe zu sprechen kamen, sagte ich meiner Therapeutin, dass auch wenn die Tat nicht verjährt wäre, Gefängnis oder Täter-Opfer-Ausgleich keine angemessene Entschädigung für das sein könnten, was mein Bruder mir angetan hat. Als Gerechtigkeit könnte ich es höchstens empfinden, wenn er mir seine Tochter übergibt als Entschädigung für die Kinder, die ich niemals haben werde. Ansonsten würde ich Zwangskastration für alle Sexualstraftäter als richtig ansehen, wenn es nicht immer wieder Frauen gäbe, die falsche Beschuldigungen erheben.

Manuela Bauer schrieb am 28. Juni 2013 um 00:52 Uhr:

Ich bin auch ein ehemaliges Mißbrauchsopfer und leide bis zum heutigen Tag trotz langjähriger Psychotherapie. Habe sogar ein Buch geschrieben. "das verschüttete Kind", underDog Verlag. Fühle mich heute immer noch hilflos und von der Gesellschaft im Stich gelassen.
Gruß Manuela Bauer

Rosa schrieb am 26. Mai 2013 um 12:29 Uhr:

Hallo ihr Lieben,
nachdem ich von eurem Erleben gelesen habe weiß ich, dass viele auf ähnliche Weise wie ich Missbrauch in ihrer Kindheit und Jugend erfahren mussten. Mein ganzes Leben lang hat mich das Trauma unterschwellig - also verdrängt - begleitet und heute, im Alter von 55 Jahren, bin ich immer noch nicht in der Lage genau hinzusehn. Es schmerzt so sehr, dass ich in Weinkrämpfe ausbrechen könnte, was ich mir natürlich verbiete, ich muss doch meine Frau stehen und kann mich nicht so hängen lassen! ... diese und ähnlichen Floskeln halten mich vermeintlich aufrecht, denn bisher musste ich alleine durch. JA, ALLEIN GELASSEN VOM ERSTEN MOMENT AN. Diese Erkenntnis ist für mich niederschmetternd. Erst vor einem halben Jahr habe ich endlich eine Therapeutin gefunden, die mich nicht in eine Stationäre Therapie schickt und quasi abschiebt. Das habe ich immer wieder erlebt, dass die Therapeuten und Therapeutinnen große Angst vor diesem Thema haben. Es braucht eine GUTE Trauma-Therapie , denn diese Grenzüberschreitung in der Kindheit ist eine lebensbedrohliche Grenzüberschreitung. Das muss man sich mal klar machen, denn das denkt man so nicht. Wir sind dadurch gezwungen, uns selbst zu schützen so gut wir es eben können und entwickeln doch alle die tollsten Mechanismen. Ich z.B. war als Kind ein lustiges freches ein wenig vorlautes Mädchen, das immer auf die Menschen zugegangen ist. Nie habe ich andere auf mich zukommen lassen, es könnte ja sein, dass sie mich übersehen! Heute weiß ich zwar darum, trotzdem ist es noch manchmal so ähnlich, dass ich angst habe "hinten runter zu fallen" und nicht dazu zu gehören, obwohl ich nach außen hin eine absolut selbstbewusste und starke Frau bin, beruflich jahrelang selbstständig, mit drei tollen erwachsenen Söhnen, die ich allein groß gezogen habe, auch materiell! ... Ihr seht, es wiederholt sich, ich bin auch damit ALLEIN GELASSEN worden. Nun, ich habe es trotzdem geschafft. Aber heute ist einfach die Luft raus. Ich habe keine Kraft mehr. Meine Kinder leben verstreut in Deutschland, also recht weit entfernt von mir und leben ihr Leben, das ist gut so. Wir habe guten Kontakt und die drei unter sich auch. Aber nun, da ich hier in meinen vier Wänden allein bin könnte ich es mir doch so richtig gemütlich machen... ich schaffe es nicht. Es sieht aus wie in einem Saustall und den nötigen behördlichen Dingen komme ich auch nicht mehr nach wie ich sollte. Wisst ihr, ich habe nicht gelernt, wie es geht, für mich gut zu sorgen. Für andere ja, das geht gut, aber für mich, wie geht das? Ich schäme mich , dass es bei mir so aussieht aber ich habe nicht die Kraft es in Ordnung zu bringen. Weil mir die Selbständigkeit zuviel wurde habe ich sei Kurzem eine Anstellung in Vollzeit, das frisst meine ganze letzte Kraft. Bin grad froh, wenn ich manchmal noch was ess. Ich möcht am liebsten endlich nur noch Urlaub und nur noch schlafen. Es fällt mir schwer, das an euch zu senden, denn es bedeutet für mich, nicht mehr zu verdrängen sondern endlich endlich zu meinem Leben zu stehen wie es wirklich ist. So wird es mir hoffentlich gelingen, mein Leben zu finden.
Mit liebevollen Grüßen an euch alle, Rosa

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