Sexueller Missbrauch bei Menschen mit Behinderung



In den letzen zwei Jahrzehnten ist viel Material zum Thema sexueller Missbrauch veröffentlicht und zugänglich gemacht worden. Jedoch wird hier im Vordergrund größten Teils vom Ausmaß und der Häufigkeit sexueller Gewalt an nicht behinderten Kindern und Jugendlichen berichtet.
Dieses Bild muss korrigiert werden, da sexueller Missbrauch sich nicht nur auf Nichtbehinderte beschränkt, sondern es betrifft auch in sehr vielen Fällen Menschen mit Behinderungen.

Auch sexueller Missbrauch an Menschen mit geistiger Behinderung ist nicht erst ein Problem der letzten Jahre, seit Mitte der 90er Jahre steht auch der Missbrauch an Menschen mit geistiger Behinderung vermehrt zur Diskussion.


Über behinderte Menschen als Opfer wird weniger gesprochen oder berichtet, darum wird es Zeit sich diesem Thema zu widmen. Behinderte Menschen werden weniger anerkannt als Opfer von sexuellem Missbrauch und Gewalt, weil die allgemeine Vorstellung der Gesellschaft darin besteht, dass behinderte Menschen unattraktive, geschlechtslose, sexuell neutrale Wesen seien. Es erscheint unfassbar, dass ein Mensch mit Behinderung Opfer von sexueller Gewalt sein kann.
Wobei man dabei aber außer acht lässt, dass die Häufigkeit der betroffenen weiblichen behinderten Opfer, sich gegen den nicht behinderten Opfern ungefähr verdoppeln.
Behinderte Menschen haben sehr häufig mit Personen zu tun, von denen sie sowohl emotional als auch pflegerisch in einem hohen Maße abhängig sind. Wenn Ohnmacht und Hilflosigkeit der abhängigen behinderten Personen ausgenutzt und ihre Intimsphäre verletzt wird, dann liegt sexuelle Ausbeutung vor. Diese Verletzung kann durch direkte Gewalteinwirkung sowie auf verbaler Ebene verursacht werden.

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